Pflege magischer Geschöpfe

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1. Hausaufgabe, 1. Klasse

 

1. Schreibt einen Bericht aus der Sicht eines Reporters, der bei einer der Versammlungen dabei war! (mind. 80 Wörter!)

 

Erstmalig Einigung im Zauberwesen-Streit –

Zentauren bleiben auf eigenen Wunsch „Tiere“

 

(London) Bei der gestrigen Konferenz zur endgültigen Einstufung von Tier- und Zauberwesen ist es nach langer Debatte endlich zu einer Einigung gekommen. Trotz zahlreicher Einsprüche und Drohungen seitens einiger Fraktionen konnte somit erstmalig in der Zaubereigeschichte ein Gesetz zur Klassifizierung von Lebewesen verabschiedet werden.

Wer bei der Zusammenkunft der Sprecher der unterschiedlichen Gruppierungen mit einer schnellen Entscheidung oder gar einer friedlichen Gesprächsrunde gerechnet hatte, muss an dieser Stelle als naiver und unbelehrbarer Träumer bezeichnet werden. Wie der Zauberergemeinschaft bekannt ist, führte die Frage nach der Einstufung von Tier- und Zauberwesen in unserer langen Geschichte stets zu erbitterten Feindschaften. So kennen wir alle die Berichte über die Schlichtungsversuche von Burdock Muldoon („Ein jeder ist ein Zauberwesen, der sich auf zwei Beinen fortbewegen kann“) und Elfrida Clagg („Zauberwesen ist jedes Wesen, welches die menschliche Sprache sprechen kann“), die zwar gut gemeint waren, doch auf die Chaos und Aufruhr folgte.

Zaubereiminister Grogan Stump, der zuletzt wegen seines harten Vorgehens gegen den unerlaubten Drachenhandel öffentlich kritisiert wurde – wollte wohl in erster Linie seinem Ansehen wieder Auftrieb geben, als er sich dieses heiklen Themas annahm und die bisher aufgekommenen und dann wieder verworfenen Definitionen neu überdachte. Gemeinsam mit Wulfus Howle, dem provisorischen Aufsichts-ratsvorsitzenden für Tierwesen, und Alvinia Wimble, die als fremdsprachengewandteste Hexe unserer Zeit gilt, entwarf Stump ein neues Konzept, das einem dritten Annäherungsversuch an verschiedene Wesen zugrunde liegen sollte:

„Jedes Geschöpf, das hinreichend intelligent ist, um die Gesetze der magischen Gemeinschaft zu verstehen und Mitverantwortung bei der Gestaltung dieser Gesetze zu übernemen, sei ein Zauberwesen.“

Wochenlange Vorbereitungen waren nötig um die unter diesem genannten Aspekt geladenen Gäste zur „Konferenz der Gemeinschaft der Zauberwesen“ jeweils ihren Bedürfnissen entsprechend auf das Zusammentreffen vorzubereiten und auf ihre diesbezüglichen Wünsche einzugehen.

Eröffnet wurde die Versammlung durch das Grußwort des Zaubereiministers. Madam Wimbles Bemühungen ist es zu verdanken, dass alle Anwesenden den Worten folgen konnten, denn zu den geladenen Gästen gehörten auch zahlreiche Dolmetscher, beispielsweise für Meerisch, Koboldogack oder Troll. Selbstverständlich war die Stimmung zunächst sehr angespannt, was vermutlich auf die enormen Sicherheitsvorkehrungen zurückzuführen ist, die getroffen werden mussten, um wirklich allen potentiell in Frage kommenden Wesen eine Teilnahme zu ermöglichen. So verteilte ein Ministeriumsmitarbeiter Ohrenschützer gegen die Schreie der Banshees, Abwehrelixiere gegen Vampire oder auch Merkzettel mit Verhaltensempfehlungen. Eine große Gruppe bestens ausgebildeter Sicherheitszauberer hielt drei Mantikore in Schach, die zudem hinter Schildzaubern ausharren mussten. Für die Wassermenschen war ein riesiges Bassin eingerichtet worden, die höchsten Gelehrten des Landes verhinderten indes die Rache der Sphingen, indem sie all ihre Rätsel lösten. Trolle verpesteten die Luft im Großen Saal und auf einer hohen Galerie bemühte sich eine große Zahl Magizoologen um die Jarveys, Pixies, Feen und Gnome. Der Lärm war einfach unbeschreiblich.

Allerdings stellte Stump in seiner Begrüßungsrede auch klar, dass eine jede Spezies von Beginn der Veranstaltung an ausgeschlossen werden könne, wenn ihr Verhalten eine mangelnde Eignung bescheinige. Noch ehe Wulfus Howle als zweiter Redner das Wort ergreifen konnte verfügte Stump, dass die Magizoologen die Javeys und Pixies umgehend aus dem Saal entfernen mögen. Feen und Gnome folgten kurz darauf. Wulfus Howle verschärfte die Regeln in seiner Rede noch einmal und bat dann überaus freundlich die Vertreter der verschiedenen Gruppen zu sich, um sie mit ihren Dolmetschern über ihre Ansichten zu befragen.

Die jahrhundertealte Diskussion über den Status der Trolle wurde so ein für allemal beigelegt, da Howle unter Zeugen beurkundete, dass Trolle aufgrund mangelnder Intelligenz in keinem Falle den Zauberwesen zugerechnet werden könnten. In anderen Fällen war die Klassifizierung jedoch nicht so offensichtlich, wie Howle es sich erhofft hatte. Trotz seines scharfen Kreuzverhöres musste er sich den Banshees und den Sabberhexen geschlagen geben und sie ebenso wie die Vampire offiziell als Zauberwesen anerkennen. Zaubereiminiser Stump begrüßte diese Entscheidung jedoch.

Sowohl die magische Kraft als auch die Intelligenz der Kobolde ließ keinen Zweifel an deren Aufnahme, vermutlich wollten Stump und Howle auch keinesfalls den Eindruck erwecken, ihnen feindlich gesonnen zu sein. Indes fand der Zauberwesen-Status der Veela und der Hauselfen allgemeine Zustimmung, ebenso der der Wassermenschen, die dank Bassin und Dolmetscher schnell die Sympathien der Zauberer gewannen.

Fraglos war der eigentliche Höhepunkt der Veranstaltung die bewegende Rede des Zentaurenanführers Antharo, der sogar die Kobolde gebannt lauschten. Obgleich die Anerkennung der Zentauren als Zauberwesen außer Frage stand, lehnte Antharo die Einstufung seiner Rasse ab. Ein Zentaur, so der Anführer, lege keinen Wert auf Rechte in der Zauberergemeinschaft. Er erklärte, die seinen hätten ihre eigenen Gesetze und seien durchaus in der Lage, unabhängig von sogenannten ZM-Klassifizierungen , ihre Angelegenheiten zu regeln und ihre Ansprüche geltend zu machen. Auch hätten sie sich über Jahrtausende dadurch ausgezeichnet, fernab von Zauberern ihre Traditionen zu wahren und wollten im Gegenzug auch keinen Anteil an einem Leben ausserhalb ihrer Territorien nehmen. Antharos Worte riefen großen Respekt hervor und so blieb Stump nichts anderes übrig, als die Zentauren auf eigenen Wunsch offiziell den „Tierwesen“ zuzuordnen. Dies schien auch die Wassermenschen nachdenklich zu stimmen, für uns stumme Beobachter ein deutliches Zeichen, dass es diesbezüglich vielleicht irgendwann noch zu einem Umdenken in dieser Frage kommen wird.

Mit großer Spannung wurden dann die schwierigsten Entscheidungen Stumps abgewartet – Werwölfe, Sphingen, Mantikore, Acromantulas und Quintapeds, die allesamt aus Sicherheitsgründen nur in geringer Zahl geladen waren, mussten nicht nur endgültig eingeordnet werden, sondern nach Möglichkeit auch mit der Entscheidung zufrieden sein, um eine Katastrophe zu verhindern. Glücklicherweise war – ausgenommen der Werwölfe, die zur aktuellen Mondphase in ihrer vollkommen harmlosen Menschengestalt zugegen waren – keinem der Wesen sonderlich viel an ihrem Status gelegen. An dieser Stelle sollte man Antharo ein weiteres Mal danken, womöglich hat der Zentaur die Situation durch seine klare Darlegung bereits im Vorfeld entschärft.

Aufgrund ihrer enormen Gefährlichkeit von Mantikoren, Acromantulas und Quintapeds, überließen Stump und Howle der Gemeinschaft die letztendliche Entscheidung durch Abstimmung – und waren sehr erleichtert, dass eine deutliche Mehrheit (die Kobolde bildeten die einzige Opposition) dafür war, sie als höchst respektierte Tierwesen zu deklarieren. Bevor es zu Übergriffen kommen konnte, begleiteten die anwesenden Sicherheitszauberer die respekteinflößenden Kreaturen nach draußen. Etwas weniger angespannt wandte sich die Diskussion nun den Sphingen zu, deren eigene Haltung auch durch geschulte Zauberer nicht einwandfrei dargelegt werden konnte. Letztendlich folgten auch sie den vorangegangen und sind somit nicht Teil der Zauberergemeinschaft.

Für die Werwölfe wurde ein Kompromiss geschlossen – denn in menschlicher Gestalt dürfte ihr Status wohl kaum in Zweifel gezogen werden. Die Verwaltung ihrer Angelegenheiten, die die verwandelten Werwölfe betreffen, wird zukünftig aber in der Abteilung der Tierwesen vonstatten gehen. Wie genau dies in der Praxis umgesetzt werden soll, ließ Stump jedoch offen.

Stattdessen machte er der letzten anwesenden Gruppe – den Geistern – ein großes Zugeständnis. Als einzige „Wesen“ (Der „gehängte Graf von Gatwick“ bestand auf die Betitelung „Gewesene“) wird ihnen ein eigener Status, nämlich der der Geistwesen zuerkannt. Im Ministerium wird sich somit auch eine eigene Untersektion um ihre Belange bemühen.

Zweifellos wurde gestern in den tiefen Hallen des Ministeriums Zaubereigeschichte geschrieben. Die verehrten Leser wissen, dass ich meine Person nur selten in meinen Artikeln herausstelle, doch dieses eine Mal sei es mir gestattet: Ich bin stolz darauf, bei dieser hochinteressanten, wichtigen und richtungsweisenden Konferenz zugegen gewesen zu sein. Das Zusammenleben der verschiedenen neu definierten Zauberwesen sowie die Entwicklung der Tierwesen erwarte ich mit absoluter Spannung – jetzt, da ich so vielen von ihnen erstmalig gegenüberstand. In den nächsten Tagen werden Sie an dieser Stelle sicherlich noch zahlreiche Interviews und Stellungnahmen einzelner Wesensgruppenvertreter nachlesen können. Ich freue mich daher jetzt schon, Ihnen für den morgigen Tag ein Gespräch mit Orgusch, Anführer der Wassermenschen, versprechen zu können.

 

Valesca Vaxpoor

Politreporterin, London

 

2. Als zweite Hausaufgabe sucht mir mal je fünf Tier - und Zauberwesen raus und nennt sie.

Nur nennen, nicht erklären, wir wollen nicht übetreiben ! Aber erklärt mal, warum sie eurer Meinung nach so eingestuft worden,woran man das merkt , ob sie Tier- oder Zauberwesen sind !

 

Tierwesen:

1. Mantikor

Der Mantikor ist zweifellos ebenso intelligent wie Menschen und vermutlich um einiges intelligenter als Sabberhexen oder auch Hauselfen. Dennoch und obwohl er sich sogar ohne Dolmetscher verständlich machen kann, war seine Zuordnung zu den Zauberwesen schlichtweg nicht möglich, da eine Teilnahme von einem oder gar mehreren Mantikoren bei wichtigen Konferenzen ein viel zu hohes Sicherheitsrisiko darstellen würde. Mantikore empfinden sich selbst aber - ähnlich wie die Zentauren - den Menschen überlegen und haben so keinerlei Ambitionen, ihre Rechte in der Zauberwesenbehörde vertreten zu sehen. Dass ein diplomatisches Gespräch - wie es bei Zusammenkünften der Zauberwesen unabdingbar ist - mit Mantikoren nicht möglich ist, können die wenigen bezeugen, die ein Zusammentreffen mit einem Mantikor bereits überlebt haben.

2. Nundu

Dieses höchst gefährliche, leopardenähnliche Tierwesen kann sich Menschen gegenüber nicht artikulieren. Für viele gilt der Nundu zudem als gefährlichstes Wesen überhaupt, weshalb ein Zauberwesenstatus bei ihm schon allein aus Sicherheitsgründen undenkbar wäre. Entscheidender ist jedoch, dass er in Sachen Intelligenz und Artikulationsvermögen definitiv mit den meisten Tieren gleichzusetzen ist.

3. Aschwinderin

Die Aschwinderin ist ein Tierwesen im klassischen Sinne. Für eine Schlange ist sie nicht besonders intelligent, auch Parselzungen bestätigen, dass sie komplexeren Handlungssträngen nicht folgen können. Zudem ist die Lebensdauer einer Aschwinderin viel zu kurz und ihre Lebensbedingungen zu schwierig, als dass eine Zusammenkunft mit dieser Art überhaupt Sinn machen würde.

4. Occamy

Auch beim Occamy ist eine einfache Unterhaltung mit Parselmündern zwar möglich, aber nicht sehr aussagekräftig. Seine einfachen Gedanken sind Tieren gleichzusetzen. Die Zuordnung zu den Zauberwesen wurde bei Occamys nie diskutiert, da ihr Verhalten und ihre Intelligenz definitiv nicht mehr als den "Tierwesen"-Status zulässt.

5. Letifold

Beim Letifold erfolgte die Tierwesen-Zuordnung einzig allein aufgrund der Tatsache, dass diese Einstufung am ehesten seinem Charakter entspricht. Er besitzt weder Gliedmaßen noch Augen, hat keine erkennbare Sprache und existiert anscheinend einzig allein um zu töten. Selbst über seine Fortpflanzung oder seine Lebenserwartung ist nicht bekannt. Heute geht man davon aus, dass der Letifold nur von Instinkt und nicht von Verstand angetrieben wird - letzteres wäre allerdings die Grundvoraussetzung für einen Anspruch auf einen Platz unter den Zauberwesen.

 

Zauberwesen

1. Vampir

Vampire haben von allen hier aufgezählten Zauberwesen am meisten mit den eigentlichen Menschenzauberern gemein. Im Grunde gehören sie sogar dazu, bilden aber eine eigene Untergruppe, wie z. B. auch die Werwölfe. Im Gespräch mit ihnen ist ausser einem gewissen Blutdurst kein Unterschied zu Zauberern und Hexen festzustellen, allerdings sollten hier diverse Schutzmaßnahmen beachtet werden. Sich den Vampir als Tierwesen vorzustellen, ist geradezu lächerlich.

2. Banshee

Banshees - auch als Todesfeen bekannt - sind durchaus in der Lage, sich normal zu artikulieren und ihre Rechte zu vertreten oder auch einzuklagen. Ihre Todesschreie sind bewußte Handlungen, die sie unterlassen können. Anders als bei gefährlicheren Wesen wie dem Mantikor oder der Acromantula können sie ihre Gefährlichkeit selbst kontrollieren und sind auch bereit dazu.

3. Hauself

Hauselfen ordnen sich Zauberern derartig unter, dass das Ministerium nur zu gern bereit war, sie als Zauberwesen aufzunehmen. Sie beherrschen die menschliche Sprache, ihre Intelligenz kommt Menschen nahe und sie sind stets bestrebt, sich an Regelungen und Gesetze zu halten. Selbst das Verbot des Zauberstabtragens nehmen sie klaglos hin. Dennoch verfügen sie über eigenen Willen und oft unterschätzte magische Kräfte, so dass man bei ihnen nicht von "einfachen Haustieren" sprechen kann.

4. Kobold

Kobolde bilden eine besonders große Gruppe der nicht-menschlichen Zauberwesen. Ihre Sprache - Koboldogack - lässt sich gut dolmetschen, jedoch beherrschen auch viele Kobolde die menschliche Sprache. Dass sie Seit an Seit mit Zauberern arbeiten (z. B. in Gringotts) stellt besonders deutlich ihren hohen Rang unter den Zauberwesen dar. Sie treten vehement für ihre Rechte ein und protestieren häufig und gerne gegen Zauberergesetze. Ihre Eigenständigkeit sprengt gewissermaßen schon beinahe den Rahmen, der als Mindestmaß für die Zauberwesenzugehörigkeit festgelegt wurde. In dieser Hinsicht lassen sie sich vielleicht sogar mit Zentauren vergleichen, anders als diese bestehen sie aber auf ihren Status und kämpfen schon seit Jahrtausenden darum, gleichrangig zu menschlichen Zauberern und Hexen behandelt zu werden.

5. Veela

Solange Veelas ihre Gestalt nicht verändern (Ärger und Wut kann ihre Züge verzerren) sind sie von Hexen nur durch ihre außergewöhnliche Schönheit zu unterscheiden. Veelas stellen ähnlich wie Vampire eine Art Untergruppe menschlicher Hexen dar - männliche Veelas gibt es nicht. Sie gelten als hochintelligent, haben starke magische Kräfte und vermischen ihr Blut gern und häufig mit dem gutaussehnder Zauberer und zeugen Nachkommen.

 

 


 

2. Hausaufgabe, 1. Klasse

 

1. Erkläre die Klassifizierung von Geistern und wann jemand zum Geist wird.
 
Die Klassifizierung der Geister gehörte immer zu den schwierigen Fragen. Obgleich sie ja als einstige Zauberer und Hexen durchaus Verstand und Artikulationsfähigkeit lebender Menschen haben, stellen sich doch einige Schwierigkeiten bei der korrekten Zuordnung.
Geister bezeichnen sich durchweg als "Gewesene". Nicht ganz zu Unrecht vertreten sie zudem die Meinung, die Zusammenkünfte der Zauberer würden sich in erster Linie um die Belange Lebender bemühen. So wird zum Beispiel Sicherheit für Leib und Leben immer ein großes Thema der Konferenzen sein. Die Häufige Platzgebundenheit der Geister hingegen würde wohl kaum diskutiert werden, ebensowenig Erlässe und Gesetze zum Wirken der Geister. Zweifellos haben Gespenster andere Bedürfnisse als lebende Menschen und unterliegen eigenen Regeln, die ihre Existenz bestimmen.
 
Die meisten Geister sind die Spuren von Seelen von Menschen, die eines gewaltsamen Todes gestorben sind, was viele zu der falschen Annahme bringt, eine solche Todesursache sei Voraussetzung für die Fortexistenz als Gespenst. Dies ist, wie wir heute wissen, jedoch ein Irrtum. Ein jeder Mensch, der sich noch ans Leben klammert, den Tod nicht akzeptiert oder Angst vor dem "Weitergehen" hat, hat die Wahl als Geist fortzubestehen. Ein brutales Herausreißen aus dem Leben durch Mord führt häufig zu diesem Nicht-Bereitsein oder verstärkt dieses, weshalb viele, aber eben nicht alle Geister auf einen gewaltsamen Tod zurückblicken.
Aus Rücksicht auf ihre besonderen Belange wurde innerhalb des Ministeriums neben der Tier- und der Zauberwesenbehörde auch die Abteilung für Geisterwesen eingerichtet.
 
 
2. Schreibe einen Bericht über dein Gespräch mit dem Kobold Hardock
 
Als in der letzten Unterrichtsstunde der Kobold Hardock zu Gast war, nutzte ich die Gelegenheit, ihm einige Fragen zu stellen, die mir schon lange auf der Seele brannten. Natürlich kannte ich die Kobolde aus Gringotts, hatte sie schon früher eingehend betrachtet und ihnen bei ihrer Arbeit zugesehen, mehr als ein kurzer geschäftlicher Wortwechsel wurde mir aber von ihnen nie gewährt.
Hardock schien äußerst gelangweilt als er in unsere Mitte trat. Vielleicht hatte Professor Hagrid ihm Gold dafür geboten, dass er sich so bereitwillig für eine Art "Interview" zur Verfügung stellte, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass er so etwas wie Spass oder Freude empfand. Ohne sich dafür zu bedanken, nahm er einen Becher Elfenwein entgegen, räkelte sich in seinem Lehnstuhl und legte seine kurzen Beine auf einen Hocker, wohl wissend, dass die anwesenden Schüler ihn gespannt beobachteten. Zu unserer großen Überraschung bestand er darauf, mit jedem Interessierten allein zu sprechen, vielleicht wollte er nicht wie der gute Märchenonkel in unserem Kreise sitzen und sich begaffen lassen. Ein Hufflepuff machte den Anfang, zwei Ravenclaws folgten. Sie alle kamen schon nach kurzer Zeit aus Professor Hagrids Hütte, schüttelten den Kopf und zuckten die Achseln. "Der antwortet nicht, der fragt nur." sagte einer meiner Kameraden und wandte sich den Nifflern zu, die unser Lehrer inzwischen für die Wartenden hervorgeholt hatte.
Etwas nervös betrat ich schließlich die Hütte, die selbst für diesen kühlen Herbsttag viel zu stark beheizt war. Hardock mochte anscheinend die Wärme. Ich setzte mich ihm gegenüber und bedankte mich zuerst einmal für seine Bereitschaft, sich mit uns zu unterhalten. Wie erwartet, ignorierte mich Hardock zunächst und stieg dann seinerseits mit einer Frage in die Unterhaltung ein. Ob ich denn wüsste, warum die Kobolde in Gringotts arbeiten. Etwas unsicher versuchte ich, die Taktik, die ich mir vorgenommen hatte, einzuhalten und schmeichelte ihm, indem ich auf das Wissen über Schätze und Schutzbanne philosophierte, das die Kobolde mitbrächten. Er schien zufrieden und ließ sich sogar dazu herab, meine Antwort zu ergänzen. Ich versuche an dieser Stelle, seine Worte korrekt wiederzugeben:
"Wir sind nicht wie ihr Menschen. Wir beherrschen unser Handwerk, koboldgearbeitete Schätze sind bei euch Zauberern heiß begehrt. Aber wir wissen sie zu schützen, jaaaa.... Und zwar besser als ihr es könnt. Ihr denkt, wir stehen in euren Diensten. Ignorante Menschen. Eigentlich dient ihr uns, verstehst du? Wir bewachen eure Schätze und wir sagen, was sie wert sind. Wir bewahren eure Geheimnisse tief in Gringotts. Und ihr gebt uns Gold. Aber was tätet ihr, wenn wir uns widersetzen? Ihr seid auf uns angewiesen. Ihr bezahlt uns nicht, damit wir für euch arbeiten, sondern damit wir uns nicht von euch abwenden, so sieht das aus. Überrascht? Jaa, die Dummheit der Zauberer. Ihr macht euch von Wesen abhängig, die euch überlegen sind. Kobolde, Dementoren... es gibt so viele. Und ihr denkt, sie wären euch untertan. Deshalb entsagt ihr uns eure eigenen Rechte - weil ihr denkt, ihr würdet dann die Kontrolle verlieren."
Welche Rechte, frage ich ihn.
"Was hältst du in deiner Hand? Ja, genau.... einen Zauberstab. Es steht für uns Kobolde unter strenger Strafe, einen Zauberstab zu benutzen. Und eurer sogenanntes Ministerium. Wieviele Kobolde arbeiten dort? Jaa, du wirst sagen, wir seien in der Zauberwesenbehörde vertreten. Und sonst? Gibt es Kobolde unter den Auroren, in der Mysteriumsabteilung oder gar als Berater für den Minister? Nein! Wir bekommen euer Gold, aber ihr enthaltet uns eure Waren vor! Wir dürfen keine Zauberstäbe kaufen, bekommen minderwertige Zutaten, werden schief angesehen. Und du fragst, welche Rechte..."
Er schnaubt angewidert und ich beschließe daher, seine Laune durch einen Themawechsel zu bessern. Ob er denn über alle Zauberer so denke, denn immerhin habe er sich ja mit Hagrid angefreundet.
"Freundschaft... Freundschaft gibt es für einen Kobold nur mit einem anderen Kobold. Aber gut, es gibt Zauberer, die nicht so schlimm sind wie andere. Ist schon komisch, dass du da grade Hagrid nennst.... ist doch auch kein echter Zauberer. Ist ein Halbriese. Gibt aber auch Menschen, die uns verstehen. Ein paar von den Fluchbrechern zum Beispiel. Aber viele sinds nicht. Die meisten machen nen Bogen um uns."
Gerne hätte ich Hardock noch mehr gefragt, doch plötzlich scheint ihm bewusst zu sein, was er tut und schneidet mir mit einer rüden Geste das Wort ab.
"Schick den nächsten rein." giftet er mich zuletzt noch einmal an und ich vermeide den Fehler, seinen Zorn zu reizen und verlasse die Hütte wieder.
Während ich mich auf den Weg zu den Nifflern mache, spüre ich eine gewisse Erleichterung darüber, dass ich Hardocks Anwesenheit überstanden habe und genieße die kühle Herbstluft.

 


Diese beiden Hausaufgaben wurden bislang nicht bewertet.

 



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