Kräuterkunde

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1. Hausaufgabe, 1. Klasse

 

Als Hausaufgabe möchte ich, dass ihr euch wahlweise Knöterich oder Diptam besorgt, daraus eine Essenz herstellt und damit noch in dieser Woche einem Mitschüler helft. Dadurch möchte ich erreichen, dass ihr euch untereinander noch etwas besser kennen lernt und euch klar wird, wie wirkungsvoll Heilpflanzen sein können! Verfasst über diese Tätigkeit bitte mindestens eine halbe Pergamentseite!


Ich habe bereits in meiner ersten Hogwartswoche festgestellt, dass ich ein besonderes Interesse an dem Fach Zaubertränke habe - und auch an den für die Tränke verwendeten Zutaten. Beim Nachschlagen im Lexikon habe ich festgestellt, dass Diptam zwar außerordentlich wertvoll und wirksam ist, dass er aber meist "pur" benutzt wird. In Tränken findet Knöterich häufiger Verwendung, weswegen ich diese Pflanze näher kennenlernen wollte. So habe ich mich bei der vorliegenden Kräuterkunde-Hausaufgabe für den Knöterich entschieden und mich auf die Suche nach dem Vogel-Knöterich begeben, der ja auch den faszinierenden Namen "Blutkraut" trägt. Weitere Bezeichnungen sind auch Plattsaat, Saugras, Wegetritt, Wegkraut und Zerrgras. Meinem Lehrbuch zufolge kann der Vogelknöterich von Juni bis September ohne Wurzeln geerntet werden, er wächst vornehmlichin der Nähe von Ansiedlungen, auf Äckern und Wegen, an Feldrainen und auf mageren Grasplätzen. Jetzt, zum Schuljahresbeginn (September) ist es schon recht schwierig, verwertbare Pflanzen zu finden, aber am Rand des Quidditch-Feldes hatte ich schließlich Glück. Die Stengel waren gut gewachsen und versprachen aufgrund des späten Erntezeitpunktes zudem noch einen besonders hohen Wirkstoffgehalt.
Nun stand ich aber gleich vor zwei weiteren Problemen: Wie sollte ich den Knöterich verarbeiten und wem sollte ich damit helfen? Wieder half ein Blick ins Buch, das mir verriet, dass Vogel-Knöterich vorrangig als Tee zubereitet wird. Ich konnte mir aber nicht so recht vorstellen, dass Tee bei einer äußeren Verletzung zu raschem Abklingen führt, also verließ ich mich auf eine Fußnote des Buches, die eine äußere Anwendung bei Verletzungen empfahl. Mit meinem Mörser zerstampfte ich Blätter und Stengel des Blutkrautes, wobei ich eine recht große Menge beschaffen musste, um genug "Heilpaste" zu erreichen. Diese war grünlich-braun und recht unansehnlich und ich stellte mir unweigerlich die Frage, welcher Mitschüler mir erlauben würde, diese schmutzig wirkende "Pampe" auf eine seiner Verletzungen zu streichen. Hinzu kam, dass sich viele Schüler aus der ersten Klasse für diese Hausaufgabe bereits Diptam besorgt hatten und es nun trotz einiger gefährlicher Schulstunden kaum noch Verletzungen in Hogwarts gab, die einer Behandlung bedurften.
Mir lief ein wenig die Zeit davon, also griff ich nach dem letzten verbliebenen Strohhalm und suchte Madam Pomfrey im Krankenflügel auf. Sie war nicht sehr begeistert von meiner Knöterich-Paste, und empfahl mir, zur besseren Wirksamkeit auch noch ein wenig Floh-Knöterich (auch Pfirsichblättriger Knöterich genannt) hinzuzugeben. Die Muggel halten diesen tatsächlich für eine Art Unkraut, Madam Pomfrey schwört aber auf seine Wirkung. Glücklicherweise blüht ihr zufolge der Floh-Knöterich bis September, teilweise sogar bis Oktober, so dass sie frische Pflanzen vorrätig hatte.
Meine selbstbestampfte "Floh- und Vogelknöterichmixtur" wartete jetzt nur noch darauf, ausprobiert zu werden. Ich machte es mir also im Krankenflügel gemütlich und wartete auf den nächstbesten "Verletzten". Meine Begeisterung hielt sich dann doch sehr in Grenzen, als ein Gryffindorschüler aus der vierten Klasser hereinkam - nun, ich bin eben eine Slytherin und kann auch nicht aus meiner Haut heraus. Aber nun gut - Zähne zusammenbeißen war jetzt angesagt. Natürlich war der Gryffindor auch nicht sehr zugänglich und wie nicht anders zu erwarten lehnte er das merkwürdige Hilfsangebot einer Slytherin-Erstklässerin mit einem Schnauben ab, obwohl sein aufgeschlagenes Knie vollkommen blutverschmiert war. Doch wieder kam mir Madam Pomfrey zur Hilfe und machte dem Gryffindor klar, dass er nichts zu befürchten habe und sie ihm für seine Bereitschaft, das "Versuchskanninchen" zu spielen sogar fünf Punkte zugestehen würde. Dass Gryffindor dank mir auch noch Punkte bekam, war zwar nicht in meinem Interesse, aber ich nahm auch diesen Wermutstropfen hin und testete endlich meine Heilpaste an der Wunde am Knie.
Natürlich passierte da erst einmal gar nichts, aber Madam Pomfrey beschleunigte mit ihrem Zauberstab den Heilprozess, der normalerweise sehr viel länger gedauert hätte, so dass ich sehen konnte, wie gut der Knöterich wirklich hilft. Und in der Tat - die Blutung hörte sofort auf und die Verletzung verheilte rascher und sauberer als ich es erwartet hätte. 
Der Gryffindor kam nun nicht umhin, sich bei mir zu bedanken, machte sich dann aber umso schneller aus dem Staub.
Ich habe aus dieser Hausaufgabe vor allem gelernt, dass mein Interesse für Tränke und Zutaten nun noch größer ist, dass ich aber wohl keine Heilerin werden möchte, sondern mich eher an andere Einsatzgebiete von  Pflanzen und Tränken halten werde.

 


 

2. Hausaufgabe, 1. Klasse

 

Es gibt da einen sehr gefährlichen, einschläfernden Zaubertrank, in welchen wir ebenfalls Baldrian geben. Wer weiß, welchen ich meine?

Baldrian ist Bestandteil zahlreicher beruhigender oder auch einschläfender Tränke, aber der gefährlichste dürfte wohl der "Trank der lebenden Toten" sein. Eine Überdosierung kann tödlich wirken, was nicht allzu sehr auf den Baldrian, sondern auf andere enthaltene Zutaten wie Schlafbohnen, Wermutaufguss und Affodilwurzel zurückzuführen ist. Aufgrund seiner Komplexität und seiner Gefährlichkeit wird der "Trank der lebenden Toten" aber erst im 6. Schuljahr gebraut.

Baldrian ist auch unter vielen anderen Namen bekannt. Ich möchte, dass ihr mir 5 davon nennt.

- "Hexenkraut" (Bezeichnung im Volksmund, überliefert aus dem Mittelalter)
- "Narden" (Bezeichnung aus dem 19. Jahrhundert für sämtliche Baldrian-Arten)
- "Phu" (Bezeichnung bei Plinius, Dioskurides und Galen, welche genauere Art bzw. welche Arten damit gemeint sind, lässt sich heute aber nicht mehr einwandfrei feststellen), teils gleichbedeutend mit "Valeriana", dem Überbegriff der Baldriangewächse
- "Theriakwurzel" (Bezeichnung aus dem 16. Jahrhundert, in Anlehnung an den sehr viel teureren 'Theriak', der ähnliche Wirksamkeiten aufweist)
- "Dennmark" (mittelalterlich-deutsche Bezeichnung, die unter anderem von Hildegard von Bingen verwendet wurde)
- weitere Namen: Augenkraut, Dacia, Katzenkraut, Bullerjahn, Ballerjan, Balderjan



Freiwillig kannst Du einen halbseitigen Bericht schreiben, ob die Anwendung des Baldrian bei Dir funktioniert hat.

Am Tag, an dem wir den Baldrian in Kräuterkunde erhalten haben, war ich bis spätabends auf den Beinen und bin dann derart müde ins Bett gefallen, dass ich auf das Experiment mit dem Kraut verzichtet habe. Anders sah es dann aber am nächsten Abend aus. Ich war ziemlich nervös, was vielleicht daran gelegen hat, dass mich am nächsten Tag meine erste Flugstunde erwartete, und ich beschloß, einem erholsamen Schlaf durch Baldrian etwas nachzuhelfen.
Beim Kleinschneiden der Pflanze gab ich mir große Mühe, um möglichst viel des ätherischen Öls zum Austreten zu bringen, ohne dass es dabei verlorenging. Obwohl der Geruch tatsächlich unangenehm war, fühlte ich schon beim Zerteilen eine innere Ruhe aufkeimen, die mich davon überzeugte, der Wirkung der Pflanze zu vertrauen.
Wie empfohlen band ich die Baldrianstücke in ein luftiges Taschentuch und befestigte es am Rand meines Bettes - was meine Mitschüler mit einem Grinsen kommentierten. Vielleicht fanden sie es lächerlich, dass ich tatsächlich dem Ratschlag eines Lehrers folgte, vielleicht durchschauten sie auch meine Nervosität oder waren einfach verlegen, weil sie nicht zugeben wollten, ebenfalls ein Baldriandepot vorbereitet zu haben.
Trotz des Baldrians dauerte es aber eine ganze Weile, bis ich eingeschlafen war - was nicht weiter verwunderlich ist, denn der Geruch eines Öls ist natürlich längst nicht so wirksam wie ein gut gebrauter Zaubertrank. Doch zum ersten Mal seit langer Zeit habe ich in dieser Nacht tatsächlich durchgeschlafen und bin nicht wie sonst mehrmals wachgeworden. Selbst das Schnarchen meines Bettnachbarn konnte mich diesmal nicht stören. Vermutlich habe ich sogar etwas angenehmes geträumt, nur leider kann ich mich - wie so häufig nicht daran erinnern. Aber ich fühlte mich am nächsten Morgen sehr erholt und ausgeglichen - trotz des Sturmes der draußen tobte und nichts gutes für die Flugstunde verhieß.

 


Diese beiden Hausaufgaben wurden mit insgesamt 509 HP bewertet. Obwohl ich mich darüber natürlich riesig gefreut habe, fürchte ich doch, dass es sich dabei um einen Fehler handeln könnte.



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